Das traditionelle Friesland Porzellan stammt aus dem hohen Norden Deutschlands. In Varel, der größten Stadt im Landkreis Friesland, ist das Unternehmen angesiedelt. Dort produzieren rund 80 Mitarbeiter die erfolgreichen Geschirrserien Jeverland, Ammerland, Ecco und viele mehr. Allen Produkten des Unternehmens gleich ist das nordische Lebensgefühl, das sie auf den Tisch zaubern. Mit romantischen Mustern, klangvollen Namen und modernen Entwürfen setzt sich Friesland Porzellan ein ganz eigenes Markenzeichen.

Die Artikel aus dem Hause Friesland begeistern durch ihre nordische Frische und Klarheit. Die Vasen, Teekannen und verschiedenen Geschirrvariationen sind in Funktion, Farbe und Form stimmig und gehören nicht nur in Norddeutschland in einen gut sortierten Porzellanschrank. Im Jahr 2015 feiert Friesland Porzellan bereits 60-jähriges Bestehen und kann auf die Zeit des Wirtschaftswunders, sich ändernde Marktbedingungen, wirtschaftliche Flauten und den Kampf zurück zum Erfolg blicken.

Die Kollektionen:

Friesland Porzellan Ammerland Blau

Keramik für Traditionelle: Die Geschirrserie Ammerland ist unkonventionell und natürlich.

Friesland Porzellan Atlantis Friesisch Blau

Die natürliche Form mit friesisch blauer Musterung ist Stil prägend für Friesland Atlantis.

Friesland Porzellan Bel Air Weiß

Der Klassiker von Friesland basiert auf der Form des Zylinders – modern und elegant.

Friesland Porzellan Chai Weiß / Nussbaum

Ein Teeservice, das auf dem stilvollen Zusammenspiel runder und eckiger Formen beruht.

Friesland Porzellan Ecco Weiß

Designporzellan für die Tafel – Ecco Weiß strahlt durch ergonomische Formen.

Friesland Porzellan Happymix

Ein zeitgemäßes und abwechslungsreiches Service aus dem Designbüro „Yellow Design“.

Friesland Porzellan Jeverland Kleine Brise

Seit 40 Jahren steht Jeverland für stilvolle Tischkreationen – nicht nur im Norden.

Kaffeekannen & Kaffeefilter

Friesland Porzellan Kaffeekannen und Kaffeefilter

Seit 40 Jahren steht Jeverland für stilvolle Tischkreationen – nicht nur im Norden.

Friesland Porzellan La Belle Weiß

Fein geschwungene Formen kennzeichnen die umfangreiche Serie La Belle.

Friesland Porzellan Life Weiß

Geschirr für jeden Tag: Friedland Life bietet hochwertiges Porzellan zum Kombinieren an.

Friesland Porzellan Life Revival

Die Serie Life Revival erinnert an die 80er Jahre – schlicht, gradlinig und unverwechselbar.

Trendmix

Friesland Porzellan Trendmix Pastell

Farben so vielfältig wie der Norden selbst – Trendmix überrascht mit maritimem Flair.

Friesland Geschichte im Überblick:

1953

Gründung des Unternehmens als Melitta Porzellanwerke durch Horst Bentz

1961

Melitta Porzellan präsentiert die Services Zürich, Ascona und Stockholm

1975

Das beliebte Service Jeverland kommt auf den Markt

1975

Liselotte Pulver ist das neue Werbegesicht für Melitta Porzellan

1982

Der neue Markenname Friesland Porzellan wird eingeführt

1992

Es kommt zum endgültigen Bruch zwischen Melitta und Friesland Porzellan

2005

Übernahme des Unternehmens durch Uwe Apken

2015

60-jähriges Jubiläum des Unternehmens

Friesland Porzellan kann mittlerweile auf über 60 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Im Jahr 1953 gründet Horst Bentz das Unternehmen in Varel, damals noch unter dem Namen Melitta Porzellanwerke. Schon ein Jahr nach der Eröffnung beschäftigt Bentz über 1.300 Mitarbeiter. Für die Porzellan- und Steingut-Fabrikation fertigen sie Artikel für den täglichen Haushaltsbedarf sowie für Gastronomie und Großverbraucher. Kaffeefilter, Kaffeekannen und Filterpapier zählen zum Sortiment.

  Die Ursprünge bei Melitta

Geschichtlich gesehen liegt der Beginn weiter zurück. Bereits 1929 steigt Horst Bentz in das Familienunternehmen Bentz & Söhne ein. Gemeinsam mit seinen Eltern Melitta, der Entwicklerin des Kaffeefilters, und Hugo, sowie seinem Bruder Willy Bentz leitet er die Melitta-Filterwerke. Aus der Herstellung von Kaffeefiltern und Filterpapier entwickelt sich ein Geschäft, das heute einen Jahresumsatz in Milliardenhöhe macht. Den Grundstein dafür legt Familie Bentz zunächst in Dresden, später in Minden. Dort expandiert das Geschäft und auch während der Zeit der Nationalsozialisten wächst die Firma. 1941, 1942 und 1943 als Nationalsozialistischer Musterbetrieb ausgezeichnet, gründet Familie Bentz Zweigwerke in Karlsbad und Düren. Horst Bentz‘ Parteieintritt in die NSDAP und seine Mitgliedschaft bei der SS sollen ihm jedoch nach Kriegsende zum Verhängnis werden. 1945 inhaftiert man ihn und er muss sich einem Entnazifizierungsverfahren unterziehen. Erst nach seinem Gerichtsurteil 1948 führt sein Weg zurück an die Spitze bei Melitta. Nachdem sich die Eltern aus dem Unternehmen zurückziehen, trennen sich 1952 auch die Wege der Söhne. Während Willy Bentz die Papierfabrik Friedenau in Düren-Kreuzau führt, übernimmt Horst Bentz die Melitta-Werke in Minden. Doch Horst Bentz strebt nach Größerem, als nur Kaffeegenuss. Seine Idee: Aus den Melitta Produkten soll ein gedeckter Tisch entstehen. Neben Porzellanfiltern sollen Kannen und Service entstehen. Das ist der Start für einen neuen Geschäftszweig.

 Der gedeckte Tisch

Die Melitta Porzellanwerke starten Mitte der 1950er Jahre voll durch. Es ist die Zeit des Wirtschaftswunders, in der Industrie und Dienstleister innerhalb kürzester Zeit hohe Gewinne erwirtschaften. Nachdem anfänglich die Herstellung von Papier in Varel angesiedelt ist, wird diese nach Minden verlegt. In der Porzellanfabrik Rahling liegt der Fokus fortan auf Kaffeesets. Das erste eigene Service, das in dem Werk vom Land läuft, ist die Form 1 (auch Minden) in Pastellfarben. In Hellgelb, Hellblau und Hellrosa entwickeln sie sich zu einem beliebten Klassiker. Es folgen anspruchsvoll gestaltete Service der modernen Art: Stockholm, Zürich und Heidelberg. Stil prägend für die Designs und Muster ist die gelernte Porzellanmacherin und Designerin Lieselotte Kantner. Ihre große Leidenschaft gilt der Gestaltung von Porzellan und Keramik und das zeigt ihr Ideenreichtum. Neben Kantner ist auch Jupp Ernst, Grafiker und Industriedesigner, für Melitta kreativ tätig. Von ihm stammt das Service Ascona, hergestellt von 1961 bis 1968. Mit Alltagskeramik für jedermann setzt sich das Unternehmen Melitta ein Markenzeichen und das Geschirr entwickelt sich zum Verkaufsschlager.

 Außenwirkung in den 60er und 70er Jahren

Wirtschaftlich gesehen sind die Melitta Porzellanwerke ein Segen für die Region Friesland. Zu Höchstzeiten arbeiteten über 1.300 Mitarbeiter in verschiedenen Schichten an der Fertigung der praktischen und schönen Geschirrserien. Vor allem Frauen sind in den 1960er und 1970er Jahren in Varel beschäftigt. Besonders reizvoll für sie ist die lokale Identifikation mit ihrer Heimat – dem beschaulichen Friesland.
In den 70er-Jahren arbeitet Melitta mit dem deutschen Designer Luigi Colani zusammen. Colani, der auch für Rosenthal und Villeroy & Boch entwarf, designte das Teeservice Zen, das in seiner Form und Funktionalität einzigartig ist. Mit der Schweizer Schauspielerin Liselotte Pulver findet das Unternehmen 1975 ein wirksames Werbegesicht. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Helmut Schmid lächelt Pulver von Werbeplakaten und in Werbespots und wirbt enthusiastisch für die Produkte aus dem Norden.
Die Zeiten unbegrenzten Wachstums enden in den 80er Jahren und Melitta wechselt die Firmenstrategie. Für die Fabrik in Varel wird ein eigenes Geschäftsfeld abgesteckt, das im zweiten Schritt mit neuem Markennamen Friesland Porzellan eine eigenständige Kompetenz bekommt.

 Friesland Porzellan

Mit der Namensneuerung reagiert Melitta im Jahr 1982 auf die sich ändernden Marktbedingungen. Die Marke besinnt sich auf sein Kerngeschäft zurück und Porzellan gehört nicht mehr dazu. Friesland Porzellan produziert weiterhin in Varel und setzt seitdem die bewährte Tradition fort. Der endgültige Bruch mit Melitta und die rechtliche Selbstständigkeit kommen schließlich im Jahre 1992. Fortan hat Friesland mit harten Bedingungen zu kämpfen. Es scheint, als könne das Unternehmen nicht mit der Konkurrenz und den Billigimporten aus Fernost mithalten. Die Belegschaft reduziert sich drastisch und im Jahr 2005 stehen die 60 verbliebenen Mitarbeiter und das Unternehmen vor dem Aus.
Der Retter in der Not heißt Uwe Apken. Der Unternehmer schlägt mit viel Geld und Hartnäckigkeit in Varel auf und setzt sich das Ziel, das Unternehmen wiederzubeleben. Er reduziert das Angebot, holt alte Serien zurück ins Sortiment und besinnt sich auf das Online-Geschäft.

Heute sind die Muster nicht mehr so kess wie am Anfang. Die Serien Kopenhagen oder Hamburg mit ihren farbenfrohen Designs sind schnörkellosen Formen mit extremer Strapazierfähigkeit und solidem Charakter gewichen. Nach turbulenten Jahren ist Friesland mit seinen 80 Mitarbeitern heute zurück auf der Erfolgsspur. Serien wie Jeverland, Ammerland, Ecco und das innovative Life Revival erfüllen die Forderungen der Verbraucher und sind auf dem besten Weg, wieder modern zu werden.

Quellen

Friesland, www.frieslandversand.de/
Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Melitta_(Unternehmen)
Whoswho, www.whoswho.de/bio/horst-bentz.html
Melitta Group, www.melitta-group.com/de/Historie-837,436.html
NWZ Online, Melitta und Friesland, www.nwzonline.de/melitta-und-friesland-porzellan-aus-varel_a_30,0,851937410.html
Welt.de, www.welt.de/print/wams/hamburg/article143176750/Praktisch-froehlich-solide.html
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